Rosenfest

Datum / Zeit
09.06.2018 / 14:00 Uhr - 22:00 Uhr
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Rosenfest Klosterruine „Zum heiligen Kreuz“ am 09. Juni 2018

Unser traditionelles Rosenfest soll auch in diesem Jahr wieder ein Genuss für alle Sinne werden. Dazu lädt natürlich die ganze Anlage ein, die zu dieser Jahreszeit im schönsten Rosenschmuck erstrahlt. Auch die Initiatoren haben sich diesmal wieder Besonderes einfallen lassen. So steht das Gesamt-kunstwerk der Veranstaltung unter dem Bann einer sehr merkwürdigen Geschichte, die sich so oder so zwischen der Markgrafschaft Meißen und dem Königreich Böhmen um das Jahr 1298 zugetragen haben könnte.

Der Sänger Heinrich Frauenlob zu Meißen – wir gedachten seiner schon zum Rosenfest 2017 – kommt von Böhmen zurück ins Kloster seiner Kindertage. In der Anonymität eines Jahrmarktes, mit allmöglichem fahrenden Volke, versammelt sich ein konspirativer Kreis. Die Mark Meißen – ein von Adolf von Nassau als erledigt eingezogenes kaiserliches Lehen – gilt es zu verteidigen. Friedrich der Freidige, Enkel des Staufenkaisers Friedrich II., soll anstelle arglistiger Statthalter des deutschen Königs Markgraf werden. Doch wo viele Silberlinge sind, da sind auch viele Kaufleute und Seelenverkäufer ….

Der Markttag in „Heilig Kreuz“ wird um 14:00 Uhr beginnen. Händler, Gaukler, Spielleute unterhalten die gaffende Menge. Auch viele Fremde sind mit dabei, aus dem fernen Orient ebenso, wie aus der „wendischen“ Nachbarschaft. „Kaffee“satzleser lassen in die Zukunft schauen und entwickeln ein düsteres Bild vom Kommenden. Von Plünderungen wird berichtet und von einer großen, glorreichen Schlacht keine 10 Jahre später. Mitgebrachte Sänger aus dem Böhmischen künden in mystisch, wehmütiger Art von der Bestimmung einer neuen Welt. Zeichen und Symbole scheinen auf Unabänderliches zurückzuweisen in einem großen, universellen Plan. Hier und da entsprießt auch die Minne und versüßt die Trübsal des Tages.

Gegen 15:00 Uhr hebt sich zum ersten Mal ein Kleinwenig der Vorhang und die Umherstehenden werden einiger Persönlichkeiten gewahr, die sie hier nicht erwartet haben. Wie ein Nebelstreif zieht eine Geschichte an ihnen vorüber, die sie erschauern lässt, aber auch Hoffnungen erweckt….            Das Kloster als verschlossener Garten, als geheimnisumwitterter Ort erfährt eine Neuvorstellung, die heller Geister bedarf.

Um 16:00 Uhr brandet eine zweite Welle mystischer Vorhersagen und drangsalischer Rhythmen an die Klostermauern. Gegenüber der ersten enthält sie Botschaften von ewiger Wahrheit und Gültigkeit. Für die, die sich nun erst einmal bei einer Brotzeit stärken müssen, gibt es die Möglichkeit ein wenig abzurücken in Gefilde der Muse, doch allemal düster genug, um nachdenklich zu bleiben.

17:00 Uhr wird es einen erneuten Einblick in das Innere des konspirativen Kreises um Heinrich von Meißen, genannt Frauenlob geben. Und es wird die angstauflösende Liebe sein, die sich in ihren Formen überschlägt, in tänzerischen Figuren, in Klangfarben ungeahnter Dichte, im Geist einer großen Philosophie und für die, die es so brauchen in kulinarischen Genüssen.

Zur Ruhe gekommen soll um 18:00 Uhr ein frühes klösterliches Nachtmahl folgen, denn es wird kommen, was kommen muss …

Trommel- und Harfenklang werden gegen 20:00 Uhr den Faden wieder aufgreifen. In der Vereinigung von „Fein“ und „Grob“, quasi „Plus“ und „Minus“ soll symbolisch eine Lanze für die Dualität unserer Wertungen getroffen werden.

Gegen 22:00 Uhr – die Rosen haben ihre samtenen Knospen schon etwas geschlossen, ein wohliger Blütenduft verströmt und der letzte Winkel des alten Klosters wird zum magischen Ort.                       Es wird Zeit aufzubrechen, um nicht den Häschern, die in dunklen Nächten herumschleichen in und um Meißen, in die Hände zu fallen.

Eine große Geschichte beseelt jene, die dabei waren – eine Geschichte fragil, aber Wert für den nächsten Tag aufgehoben zu werden.

Helge Landmann

ProgrammRosenfest2018