Rückblick 23. Meißner Hahnemanntage 2019

23. Meißner Hahnemanntage in Meißen
Zu den 23. Meißner Hahnemanntagen weilte der bekannte Schweizer Homöopath Dr. Heiner Frei
am Wochenende in Meißen. Als Referent einer hochaktuellen Fachtagung im Rathaus der Stadt gab
er über 80 Hömöopathen des Ärzte- und Heilpraktikerstandes fundierten Einblick in die von ihm
entwickelten Polaritätsanalyse.

Polaritäten spielen in der homöopathischen Aufnahme von Krankheitssymptomen eine ebenso große Rolle, wie in der Gesellschaft. Dies wirft natürlich die Frage auf, inwieweit in der Homöopathie des
1755 in Meißen geborenen Samuel Hahnemann auch ein Denkmodell für Fragen liegt, die heute bei
der Lösung von Konflikten allgemein interessant sein könnte. Das Meißner Hahnemannzentrum hatte
deshalb schon seine Eröffnungsveranstaltung am Freitag unter den Titel „Mit Hahnemann Schule
machen – über die Notwendigkeit alte Denkmodelle zu prüfen“ gestellt.

Über 30 Personen unterschiedlichster Berufe, darunter Sozialarbeiter, Künstler, Marketingfachleute,
Denkmalpfleger, Lehrer und natürlich Homöopathen diskutierten mit großem Engagement im
Historischen Weinrestaurant „Vincenz Richter“. Exemplarisch für viele andere Fälle suchten sie für
das nun fast schon wieder 25 Jahre bestehende Hahnemannzentrum im Kloster „Heilig Kreuz“ ein
Konzept, welches die großen und erfolgreichen Linien fortführt, dort wo sich Engstellen lokalisieren
lassen, aber mit frischen und neuen Modellen einsteigt.

Stärken und Schwächen nicht isoliert als Gegenpole zu betrachten, sondern verknüpft, als Spannungsquelle, um Prozesse voran zu treiben und zu ordnen, das war wohl einer der tragendsten
Gedanken, des Abends. Denn es kommt nichts zur Ruhe, was sich nicht förderlich ausgeglichen hat!
Beate Voigt begleitete als Violinistin das Geschehen, um immer wieder dann, wenn einmal der
Denkvorgang ins Stocken kam, ein vermittelndes Zwischenspiel anzubieten. Der anwesende Kreis war aber durch die gastliche Umgebung so angeregt, dass es dessen kaum bedurfte.

Durch das am Wochenende auf dem Theaterplatz gefeierte Jubiläum der SEEG, die Aktion „Meißen
putzt sich“ und die 39. Kneipennacht zeigte Meißen seinen Besuchern die strahlendste Seite.
Polaritäten fielen da kaum ins Gewicht. Erinnert daran wurden lediglich die Teilnehmer der
Festveranstaltung der Hahnemanntage im Wendelsteinkeller der Albrechtsburg.

Dort lief ein Film aus der Reihe Faszination Wissenschaft, der in brillanter Weise belegte, wo die Homöopathieforschung heute steht. Ein wesentlicher Akteur dieses Beitrags war Dr. Heiner Frei, als Studienleiter der im Zeitraum von 2001-2005 durchgeführten rigorosen Berner ADHS-Doppelblindstudie. Diese Studie liefert durch ihr wissenschaftliches Format und die erzielten Ergebnisse ein beeindruckendes Plädoyer für die Homöopathie. Es ist durchaus interessant, dass ein Wissenschaftsjournal, wie das „Lancet“, welches mit Metastudien immer wieder einmal die Homöopathie attackiert, nicht so viel wissenschaftliche Redlichkeit besitzt, diese Arbeit einer interdisziplinären Forschergruppe von Komplementärmediziner, Neurologen, Neuropsychologen und Fachleuten des Institutes für Mathematische Statistik und Versicherungslehre der Universität Bern zu veröffentlichen.

Dr. Helge Landmann